Erhalt und Förderung der Offenlandlebensräume
Durch die Projekte des Landschaftspflegeverbandes konnten bereits über 58 ha naturschutzfachlich hochwertiger Flächen in Thüringen, vor allem in Schutzgebieten optimiert und in eine nachhaltige Nutzung gebracht werden. Es sind 10 Beweidungsgebiete entstanden, von welchen acht neu eingerichtet wurden. Die Gründung des Landschaftspflegevereines Creuzburger Ziegen e. V. konnte begleitet und somit die nachhaltige Beweidung der Ebenauer Köpfe im FFH-Gebiet „Creuzburger Werratal-Hänge“ gesichert werden.



Schaf, Ziege & K(o)uh – Offenhaltung der (Halb)trockenrasen und extensiven Mähweiden/-wiesen in FFH-Gebieten in Westthüringen durch Schaf-, Ziegen- und Rinderbeweidung mit Förderung des Biotopverbundes
Weiterhin sind in Thüringen die Tierbestände rückläufig. Das Vorgänger Projekt hatte sich vor allem um die Förderung der Beweidung von Offenlandflächen durch Schaf und Ziege gekümmert.
In Thüringen sind rinderhaltende Landwirtschaftsbetriebe noch deutlich häufiger und oft auch in FFH-Gebieten wirtschaftend, anzutreffen. Die vielfältigen positiven Wirkungen einer extensiven Rinderbeweidung für Naturschutz und Landschaftspflege sind unumstritten, vor allem dann, wenn keine andere Tierart zur Verfügung steht und aufgrund der Nichtnutzung es zur Verbrachung kommt. Hierbei kommt es vor allem auf die am besten zum Biotop passende Rinderrasse und das Beweidungssystem an. Die Entstehung von Offenbodenstellen und Trittsiegel lässt neu, kleine Lebensräume entstehen und ist in Verbindung mit den Kothaufen der Tiere besonders wertvoll für die Insektenvielfalt. Ähnliche Effekte kann natürlich auch eine extensive Pferdebeweidung erreichen. Eine Mahd, wo möglich, oder eine Beweidung sind daher immer das Mittel der Wahl in der Biotoppflege, ein Mulchen ist keine echte Alternative. Dabei geht es aber auch um die Beweidung und Heubereitstellung für den Winter. Letzteres ist natürlich auch relevant für die Schaf- und Ziegenhalter. Im Förderzeitraum sollen schaf-, ziegen- und rinder-(pferde-)haltende Betriebe/Institutionen naturschutzfachlich begleitet werden und eine Ausweitung von weiteren FFH-relevanten Flächen im Flächenpool von Landschaftspflegeherden stattfinden.


Der Bewilligungszeitraum ist vom 31. Dezember 2024 bis zum 31. Dezember 2027.


Offenhaltung der (Halb)trockenrasen in FFH-Gebieten in Westthüringen durch Schaf- und Ziegenbeweidung mit Förderung des Biotopverbundes
Die Mehrzahl der Kalkmagerrasen, Hutungen und Wacholderheiden verdankt ihre Entstehung der über Jahrhunderte praktizierten Hüteschäferei. Mit über 500 Pflanzenarten sind Kalkmagerrasen die artenreichsten Pflanzengesellschaften des Grünlandes. Das Land Thüringen trägt im Rahmen von Natura 2000 die Verantwortung den Bestand an Kalkmagerrasen und Wacholderheiden dauerhaft zu erhalten. Schafe haben darüber hinaus eine besondere Funktion. Sie wirken als „Taxis“ für seltene Arten und helfen bei der Vernetzung von isolierten Lebensräumen, indem sie bei ihrer Wanderung über verschiedene Flächen Pflanzensamen, Insekten und sogar kleinere Reptilien in ihrer Wolle und im Verdauungstrakt transportieren.
Aufgrund der fragmentierten Landschaft und kleinflächigen Offenlandlebensräumen muss der Schäfer mit seiner Schafherde sehr weite Strecken zurücklegen. Die Zahl der Schäfer ist Rückläufig und die wenigen noch verbleibenden Betriebe stehen dem Druck aufgrund der nötigen Mobilität, den komplexen Förderregularien und dem Interesse von Natur- und Umweltschützern gegenüber.
Die Zielstellung des Projektes ist die dauerhafte Freihaltung der FFH-Offenlandlebensräume vor allem den Kalkpionierrasen, der Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen und der Wacholderheiden und damit auf der Verhinderung einer drohenden erneuten Verbuschung. Im Förderzeitraum sollen schaf- und ziegenhaltende Betriebe/Institutionen naturschutzfachlich begleitet werden und eine Ausweitung von weiteren FFH-relevanten Flächen im Flächenpool von Landschaftspflegeherden stattfinden, ohne ökonomische Verluste zu erleiden bzw. die Beweidungstiere an Fitness verlieren und eine Langfristigkeit gegeben ist. In Kooperation mit dem Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal, der Thüringer Stiftung Naturschutz soll eine Zusammenarbeit mit dem BfN-Hotspot Projekt „Schaf schafft Landschaft“, in Trägerschaft der Universität Kassel, erfolgen um die Hotspotregion 17 „Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald“ und deren Pufferbereich im Gesamtkonzept zu entwickeln und auch die vom Hotspot-Projekt angestrebte Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und Naturtourismusförderung auf die Thüringer Hotspotkulisse zu übertragen. Auch soll ein intensiver Austausch mit den bereits bestehenden Projekten in Thüringen, wie z.B. „Weidewonne“ erfolgen.



In der Verlängerungsphase des Projektes soll nun in Vorbereitung des Folgeprojektes die Projektkulisse auf den gesamt Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal ausgeweitet und der Fokus über Schaf- und Ziegenbeweidung hinaus, auch auf die Beweidung von z.B. Rindern gelegt werden.



Der Bewilligungszeitraum war vom 01. Mai 2021 bis zum 31. März 2025.

Dr. Kerstin Wiesner
Tel.: 036254/623631
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